Geduldige Fadenzieher

Walter und Marius Burch

Wlater und Marius Burch
Nach und nach hat die Familie Burch die Schönheit des Val Müstair für sich entdeckt und den Lebensmittelpunkt hierhin verlegt. Seit 2021 widmen sie sich dem Familienprojekt «Rotes Gold» - dem Safrananbau.

Es war ein Jobangebot, welches Walter Burch, vor ca. 8 Jahren erstmals ins Val Müstair brachte. Als Betriebs- und Praxisausbildner bei PostAuto Zentralschweiz entschied sich Walter mit 62 Jahren für eine Frühpensionierung. Als er dann an einer Veranstaltung für Ausbildner teilnahm, kam ein gut bekannter Kollege aus Chur auf ihn zu und fragte, ob er nicht aushilfsmässig mal ins Bündnerland kommen möchte. 

Der Inhaber vom PostAuto-Unternehmen im Val Müstair suche jeweils für September, während der Jagdzeit, einen Aushilfsfahrer für die Strecke «Val Müstair – Umbrailpass – Stilfserjoch – Bormio – Tirano». Walter musste sich dies nicht lange überlegen und quartierte sich schon bald mit seinem Wohnmobil in Müstair auf dem Camping Muglin ein. Dort wohnte er dann während der Aushilfszeit und bediente täglich die genannte PostAuto-Linie.

Walter Burch mit Rinaldo Lechthaler beim PostAuto

Vom Camping-Wohnsitz zum Hauskauf

Es kam wie es kommen musste, aus der Aushilfszeit während der Jagdsaison wurde bald auch schon mehr. So wurde er beispielsweise angefragt ob er auch im Winter als Skibus-Chauffeur aushelfen könnte. Natürlich willigte Walter auch da ein, denn ihm gefiel es gut im Val Müstair und durch seine offene Art schloss er auch schon bald Kontakt zu den Einheimischen. Gelegentlich bediente er auch die Schulbuslinie und so ist er auch bei den Kindern im Tal bestens bekannt. Walti’s Frau, Ruth, besuchte das Val Müstair gelegentlich und irgendwann sind sie über den Verkauf des ehemaligen Zöllnerhauses gestolpert. Ruth war begeistert von diesem Haus, da es unter anderem über einen grossen Garten und angrenzenden Landwirtschaftsgrund verfügte und so entschieden sie sich ihr Interesse für den Kauf bei der Zollverwaltung zu bekunden. Der Zuschlag erfolgte und so mussten die Burchs nicht länger im Camper hausen und haben das Haus als ihren zweiten Wohnsitz bezogen.

Marius burch auf dem Camping Muglin in Müstair

Familienprojekt «Rotes Gold»

Kurze Zeit später folgte auch der Sohn Marius seinen Eltern ins Val Müstair. Schnell wurde auch er sesshaft in Müstair und entschied sich, seinen dauerhaften Wohnsitz hierhin zu verlegen. Ihm gefällt es im Val Müstair, er hat auch einen Lieblingsplatz. Die Rombachquelle in Tschierv besucht er oft, es sei halt einfach schön dort. Anfangs gestaltete sich die Jobsuche für Marius nicht einfach, bis er eines Tages vom Camping Muglin das Angebot bekam, die Arbeit als Platzwart zu übernehmen. Dieses Angebot nahm er gerne an, denn die Verbindung zum Camping Muglin, war gegeben. Da es sich bei diesem Job um einen Sommerjob handelte, brauchte Marius eine Idee für den Winter. Es war Marius Mutter, Ruth, die sich als Lektüre das Buch «Ja, damals… das einfache Leben im Münstertal vor 100 Jahren» zu Gemüte führte. Dort entdeckte sie einen Artikel über Safrananbau, der in früheren Jahren im Val Müstair leider nicht zustande kam. Die Lieferung aus Mund traf nie in Sta. Maria ein. Sie brachte die Idee auch gleich an den Familientisch. Die ganze Familie war sich einig, dieses Projekt könnte DIE Idee sein und nahm sich der Planung an. Dies alles geschah im Sommer 2021.

Marius Burch an seinem Lieblingsplatz beim Rombach

Die erste Ernte

Mit Recherchen im Internet und Kontakt zu einem Safranproduzenten im Kanton Graubünden, eignete sich Marius das Wissen für das «Familienprojekt» an. Es folgte der Kauf von 13‘000 Safranzwiebeln. Diese mussten innerhalb weniger Tage Anfang August gepflanzt werden, Reihe für Reihe, 15 cm Abstand zwischen den gepflanzten Zwiebeln. Die Motivation, als Marius dann tatsächlich bei der letzten Zwiebel angelangt war, stand ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Nun hiess es warten und hoffen, dass es dann im Oktober etwas für die Ernte gibt. Die Entwicklung war besser als erwartet und so konnte die Familie Burch ab Mitte Oktober täglich ernten. Bei der Ernte wird die Blüte abgezwickt, im Haus ausgebreitet und nach einer kurzen Trocknungszeit werden die Safranfäden aus der Blüte gezogen. Der Ernte-Rekord liegt bei 1‘600 Blüten an einem Tag, für Marius der über 1.90 m gross ist, eine anspruchsvolle Arbeit. Marius und Walti sind ein eingespieltes Team und bewältigen die Erntezeit gemeinsam.

Marius und Walter Burch bei der Safran-Ernte

Die Verarbeitung

Die erste Safran-Ernte hat die Erwartungen von Walti und Marius übertroffen. Mit rund 40 g Safran, sind beide überaus zufrieden. Nachdem die Fäden gezogen wurden, werden diese getrocknet und anschliessend dunkel für rund 3 Monate eingelagert. Erst danach ist der Verkauf vorgesehen. Mit 3 einheimischen Hotels die nacheinander vom «roten Gold» aus dem Val Müstair erfuhren, haben sie gute Abnehmer des Gewürzes. Die letztjährige Ernte war schon bald ausverkauft und somit warten Walter und Marius auf die nächste Erntesaison im Oktober. Sie beide haben keine Vorahnung, was sie erwartet, denn die Safranzwiebeln haben im Boden überwintert und die Entwicklung werden sie mit Spannung verfolgen können. Der Safran kann übrigens auch direkt bei Walter und Marius in kleinen Dosen à 125 mg bezogen werden.

Kontakt: Walter Burch,  Tel. +41 79 281 78 51

Safran aus dem Val Müstair in der Dose

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