Cultura jaura
Sprache & Tradition
Rumantsch
Um das Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet zwischen den Rätischen Alpen und der Donau und gründeten die Provinz Rätien. Das Volkslatein der römischen Soldaten, Beamten und Kaufleute verschmolz mit den hier ansässigen Sprachen und entwickelte sich nach und nach zum Romanischen wie wir es heute kennen. Dieses gliedert sich in fünf regionale Varianten, auch Idiome genannt. Im Val Müstair und dem Unterengadin ist das Idiom «Vallader» verbreitet. Die Münstertaler*innen sprechen die Mundart «Jauer» und verleihen der Sprache so ihre eigene Note.
Stai si defenda, Romontsch, tiu vegl lungatg!
Giacun Hasper Muoth Schriftsteller
So lautete die unmissverständliche Aufforderung des Schriftstellers Giacun Hasper Muoth (1844-1906) aus Brigels, der romanischen Sprache wieder vermehrt Sorge zu tragen. Hintergrund war der zusehends stärker werdende Einfluss der deutschen Sprache gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Biosfera Val Müstair setzt sich ebenfalls für den Erhalt des Rätoromanischen als Hauptsprache des Tals ein. Möglichst viele Publikationen, die sich an die Bevölkerung richten, werden auf «Vallader» publiziert. Mit der Lia Rumantscha, dem Dachverband der romanischen Sprachvereine, besteht ein reger Austausch und die alljährlichen Romanisch-Intensivkurse in Sta. Maria werden unterstützt.