Der Namensgeber
UNESCO Welterbe Kloster St. Johann
Der Gründungsmythos
Die Legende erzählt, dass kein Geringerer als Karl der Grosse den Grundstein für das Kloster legte. Gerade erst zum König der Langobarden gekrönt, geriet er am Umbrailpass in einen Schneesturm. Aus Dankbarkeit diesen überlebt zu haben, stiftete er im Jahr 775 das Kloster in Müstair. So will es die Legende. Dass daran Wahres ist, zeigt sich in der Klosterkirche: Die Hölzer im Gebälk wurden im Jahr der Klostergründung gefällt, die Fresken datieren aus der Gründerzeit und die Stuckstatue in der Kirche legt Zeugnis über Karl den Grossen ab. Die Fresken aus karolingischer Zeit haben dem Kloster sodann das UNESCO-Label eingetragen.
Das Klosterensemble
Die Klosteranlage vereint 1200 Jahre Geschichte. Die Kirche und der Plantaturm mit seinen Schwalbenschwanzzinnen bilden das charakteristischste Wahrzeichen von Müstair. Der Plantaturm – der vermutlich älteste Wohnturm im Alpenraum – beherbergt heute das Klostermuseum. Es erlaubt einen Blick in die Klosterräume, vom Kreuzgang über das gotische Refektorium bis hin zu barocken Zellen. Komplettiert wird die Anlage von der Heiligkreuzkapelle und der Bischofsresidenz. Dieses Ensemble prägt bis heute das Erscheinungsbild des Klosters. Ursprünglich als Mönchskloster gegründet, ist es seit dem 12. Jahrhundert ein reiner Frauenkonvent. Heute leben hier acht Benediktinerinnen.