Spuren von einst
Landschaft im Wandel
Von der traditionellen Nutzung zur modernen Landschaft
In vielen Teilen der Schweiz war die Kulturlandschaft bis ins 19. Jahrhundert hinein reich strukturiert. Kleine Felder und Obstbäume umgaben die Siedlungen. Hecken und Steinmauern trennten kleine Parzellen voneinander. Lange Zeit änderten sich traditionelle Bewirtschaftungsformen des Kulturlandes kaum. Erst mit der zunehmenden Mechanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft setzte ein deutlicher Wandel ein. Viele Strukturen verschwanden: Einzelbäume wurden gefällt, Hecken entfernt, Trockensteinmauern abgetragen und Terrassen eingeebnet.
Heute verändert sich die Landschaft zusätzlich durch den Klimawandel: Waldgrenzen steigen, Wiesen vertrocknen im Sommer früher, Bäche führen weniger Wasser, und extreme Wetterereignisse hinterlassen Spuren. Diese Entwicklungen beeinflussen Landwirtschaft, Wald, Gewässer und die Biodiversität. Viele traditionelle Strukturen sind noch vorhanden – ihr ökologischer Wert wird unter den neuen klimatischen Bedingungen jedoch immer wichtiger.
Auf Zeitreise
Ein Vergleich von Landschaftsfotografien, damals und heute, eröffnet einen objektiven Blick auf die manchmal auch nur schleichenden Veränderungen. Im Val Müstair sind noch viele Strukturen in der Landschaft vorhanden, der Wandel ist oft nur im Kleinen zu finden.
Ein Blick nach vorne ergänzt diese Zeitreise: Wissenschaftlich fundierte Szenarien, in Bildern dargestellt, zeigen mögliche künftige Entwicklungen der Landschaft und machen sichtbar, wie eine angepasste Bewirtschaftung gelingen kann. Massnahmen in der Landwirtschaft, eine nachhaltige Waldpflege, die Aufwertung von Gewässern und der Erhalt strukturreicher Landschaftselemente können dazu beitragen, die Kulturlandschaft widerstandsfähiger zu machen. So bleibt sie Heimat, Lebensraum für Artenvielfalt und Grundlage für eine nachhaltige touristische Entwicklung – auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen.
Kontakt
Linda Feichtinger (Forschung | Monitoring)
- +41 81 851 60 76