News 30.6.2026
30.6.2026: Zeitspuren im Val Müstair
Die Ausstellung «plomer plajer culer» bringt zeitgenössische Kunst ins Val Müstair und verbindet die vier Talmuseen und die Handweberei Tessanda. «Schichten, falten, fliessen» sind Begriffe, die wir eng mit Zeitlichkeit in Verbindung bringen. Sie lassen sich auf die Spurensuche innerhalb der Humangeschichte aber auch auf die Millionen von Jahren dauernde geologische Entstehungsgeschichte der Landschaft selbst übertragen.
In der ersten Ausgabe von «plomer plajer culer» letztes Jahr, stand die Landschaft im Zentrum. Dieses Jahr werden Bezüge zu Kultur, Handwerkstraditonen und geschichtlichen Themen im Val Müstair hergestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird der traditionellen Textilverarbeitung im Tal gewidmet.
Museen sind Zeitspeicher. Sie machen frühere Lebensformen sichtbar, erzählen Geschichten der Talbewohner*innen, von Gästen und Durchreisenden. Die jeweiligen Sammlungen werden explizit ins Ausstellungskonzept miteinbezogen. Zeitgenössische Interventionen in den bestehenden Präsentationen ermöglichen neue Sichtweisen auf scheinbar Altbekanntes. Der Charakter der einzelnen Museen bestimmt die Auswahl der Kunstschaffenden und den Ort, wo ihre Arbeiten gezeigt werden.
Die meisten Werke wurden ortsspezifisch für diese Ausstellung entwickelt. Die vier Künstlerinnen Marianne Büttiker, Eveline Cantieni, Evelina Cajacob und Regula Verdet-Fierz haben alle eine enge biografische Beziehung zum Kanton Graubünden. Sie nehmen Themen der Textilverarbeitung auf und kommen auf überraschende Ergebnisse. Da sieht man nicht nur Arbeiten aus Stoffen und Fäden, sondern auch Videos, Fotografien oder Installationen.
Sonja Kretz hat bereits 2025 ein gemeinsames Projekt mit dem Naturpark Biosfera Val Müstair realisiert. Ihre Installation thematisiert die fragmentierte und gefährdete historische Architektur aber auch die Brüchigkeit der Berge angesichts des steigenden Permafrosts.
Andreas Frick setzt sich ebenfalls mit dem Thema Fragment auseinander, diesmal in Bezug auf die Fresken im Kloster St. Johann in Müstair.
Pascal Lampert bringt in einer hintersinnigen, poetischen Videoarbeit die Absurdität des Stellungskrieges von 1914 – 1918 in der Region vom Stilfser Joch zum Ausdruck.
Gezeigt werden auch der Dokumentarfilm «Das Gipfelkreuz» aus dem Jahr 1975 von Roman Wiesler aus Taufers, Interviews mit Talbewohner*innen in ihren jeweiligen Trachten und historische Stickereiarbeiten im Dialog mit zeitgenössichen Arbeiten, ausgeführt in der gleichen alten Kreuzstichtechnik.
Medienkontakt
Natalia Blanco (Kultur | Baukultur)
Tel. +41 81 851 60 75
E-Mail
Programm
4.7. – 17.10.2026
- Vernissage 4.7.2026, 14:00, Museum Chasa Jaura, Valchava, alle Museen geöffnet
- Museumstag / Di dals museums Val Müstair 8.8.2026, 10:00 – 18:00, alle Museen geöffnet, Performance von Pascal Lampert, Start 16:30, Tessanda, Sta. Maria
- Werkpräsentation mit Sonja Kretz 3.10.2026, 17:00 – 18:00, Chasa Selm, Müstair
- Finissage 17.10.2026, 16:00, Museum Chasa Jaura, Valchava, alle Museen geöffnet, Lesung und Gespräch von Marianne Büttiker